Seit Mitte August 2025 verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern einen Ausbruch mit Enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC), der insbesondere Kinder betrifft. Die Infektionen können schwere Verläufe mit blutigen Durchfällen und Komplikationen wie dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) auslösen. Die Ausbruchsursache ist aktuell noch unklar.
In unserem Labor erfolgt der Nachweis von EHEC im Stuhl mittels Multiplex-PCR. Bei positiven Befunden wird zusätzlich eine Kultur angelegt, um den Serovar zu bestimmen. Das RKI hat den Ausbruchsstamm als seltenen Serovar O45:H2 identifiziert. Da hierfür keine kommerziellen Seren verfügbar sind, übernehmen wir die Subtypisierung nicht selbst, sondern leiten die Proben zur weiteren Diagnostik an das Landesamt für Gesundheit (LAGUS) weiter.
Um lange Betretungs- und Besuchsverbote in Kitas und Schulen gemäß § 34 IfSG zu vermeiden, empfehlen wir, Kontrolluntersuchungen bei bekannten EHEC-Fällen direkt an das LAGUS zu senden. So kann eine schnellere Wiederzulassung erfolgen.
Bitte beachten Sie: Bei den meisten anderen darmpathogenen Erregern sind Kontrolluntersuchungen nicht erforderlich – hier genügt in der Regel eine 48-stündige Symptomfreiheit.
Weitere Details finden Sie in unserer aktuellen Laborinfo 564 sowie in den RKI-Empfehlungen zur Wiederzulassung gemäß § 34 lfSG.