Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich häufig schleichend – und ein entscheidender Risikofaktor bleibt oft unentdeckt: Lipoprotein(a), kurz Lp(a). Dieser spezielle Blutfett-Eiweiß-Komplex ist stark genetisch bestimmt und kann unabhängig von klassischen Risikofaktoren das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Aortenklappenverkalkung deutlich erhöhen.
Besonders tückisch: Erhöhte Lp(a)-Werte werden meist nur durch eine gezielte Blutuntersuchung entdeckt. Internationale Leitlinien (z. B. ESC/EAS) empfehlen daher, den Wert mindestens einmal im Leben zu bestimmen – vor allem bei Menschen mit familiärer Vorbelastung, unklaren kardiovaskulären Ereignissen oder fortschreitender Gefäßverkalkung trotz Statintherapie.
Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, Hochrisikopatienten zu erkennen und präventive Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.